Gruppentherapie
Die Gruppentherapieangebote bestehen aus der Kerngruppe, Großgruppe, Anfangsgruppe und Rückfallpräventionsgruppe. Daneben bieten wir verschiedene Indikationsgruppen an, die Sie je nach persönlicher Fragestellung zusätzlich nutzen können.
Kerngruppe
Etwa 10 - 12 Frauen bilden eine Kerngruppe, die 3 x wöchentlich stattfindet. Hier findet einerseits ein Austausch über die lebensgeschichtlichen Hintergründe der Suchtentwicklung statt. Darüber hinaus bietet sich in diesem Rahmen die Möglichkeit, durch die Begegnungen und die sich entwickelnden Beziehungen zu anderen Patientinnen die Wirkung des eigenen Verhaltens zu erfahren und sich der darin ausdrückenden Stärken wie auch inneren Probleme und Konflikte bewusster zu werden und an Veränderungen zu arbeiten. In regelmäßigen Abständen gestaltet jede Kerngruppe einen Plenumsabend für alle Patientinnen mit dem Ziel, sich besser kennen zu lernen, Spaß miteinander zu haben und somit das Zusammenleben freudiger und sinnvoller zu gestalten.
Großgruppe
Alle 3 Wochen treffen sich MitarbeiterInnen und Patientinnen zum Austausch in einer Großgruppe. Dort können alle Ereignisse oder Probleme im alltäglichen Miteinander, z.B. Störungen im Gemeinschaftsleben, Anfragen bezüglich Haus- und Therapieordnung oder ähnliches angesprochen und ggf. kontrovers zu diskutiert werden.
Anfangsgruppe
Hier ist die Teilnahme zu Beginn der Therapie verpflichtend. Dabei geht es im wesentlichen um den Austausch über die persönliche Suchtgeschichte, um eine intensive Motivierung, Zielplanung sowie ein Heranführen an die eigenen Ressourcen und die zu bearbeitende Problematik in der Therapie. Das Kennenlernen und die Auseinandersetzung mit der der Haus- und Therapieordnung ist dabei hilfreich.
Rückfallprävention
Bei manchen Patientinnen kommt es auch während eines stationären Aufenthaltes zu einem Rückfall mit dem Suchtmittel. Der Rückfall wird als wichtiges Signal zur Überprüfung der Therapiebereitschaft betrachtet. Er kann sowohl Bestandteil einer Neuorientierung und Verbesserung der Realitätswahrnehmung als auch Ausdruck einer mangelnden Therapiemotivation sein. In der Folge kann es also sowohl zu einer Weiterbehandlung kommen als auch zu einer Beendigung der Therapie führen
Diese Indikationsgruppe bietet die Möglichkeit, sich sorgfältig mit der potenziellen Gefahr eines Rückfalls auseinanderzusetzen und individuell hilfreiche Rückfallstrategien zu erarbeiten.
Müttergruppe
Gemeinsam mit einer Erzieherin und einer therapeutischen Mitarbeiterin bieten wir Frauen, die gemeinsam mit ihren Kindern bei uns im Haus sind, die Möglichkeit sowohl allgemeine Erziehungsfragen zu stellen als auch sich mit ihrer besonderen Beziehung zu ihrem Kind zu beschäftigen. Hier können Mütter Hilfestellung erhalten, wie sie die Beziehung zu ihrem Kind/ ihren Kindern wieder vertrauensvoll gestalten können.
Indikationsgruppen
Wir bieten den Frauen je nach persönlicher Fragestellung die Möglichkeit zur Teilnahme an verschiedenen Indikationsgruppen, die verpflichtend oder auch freiwillig sind.
Essgruppe
Der Umgang mit Nahrungsmitteln und Essverhalten, Kontrollprobleme und Essrituale sowie eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Körperbild, dem Gefühl der Unzulänglichkeit, Scham, Wut und Depression sind Inhalt dieser Indikationsgruppe.
In Verbindung damit vermittelt eine Diätassistentin Informationen bezüglich gesunder und ausgewogener Ernährung.
Körperwahrnehmung
In dieser Indikationsgruppe geht es um die Entwicklung und Förderung des Bewusstseins für den eigenen Körper, wie der Wahrnehmung von Körpersignalen, dem Verständnis für den körperlichen Ausdruck von Gefühlen, den Abbau von Ängsten vor Nähe und um mehr Sicherheit in der Nähe- Distanzregulierung.Gestaltung
Die Teilnahme an dieser Gruppe dient der Verbesserung von Selbst- und Fremdwahrnehmung. Mit Hilfe künstlerischer Techniken und Materialien werden hier verschiedene Themen gestaltet. Im kreativen Prozess kann der Zugang zu Gefühlen anders wahrgenommen und somit verbessert werden.
Selbstsicherheitstraining
In dieser Indikationsgruppe werden mit den Mitteln der kognitiven Verhaltenstherapie und der Anwendung von Rollenspielen Unsicherheiten im Verhalten in Alltagssituationen abgebaut.
Medikamentenabhängigkeit
Hier findet eine Informationsvermittlung zum Krankheitsbild und zur Entwicklung von Alternativen statt. Verschiedene Krankheitsbilder wie Angst- und Schmerzerkrankungen werden beispielhaft besprochen. Unter frauenspezifischen Gesichtspunkten wird das gängige Bild von „Frauenkrankheiten“ und die schulmedizinische Sichtweise von natürlichen Vorgängen wie Menstruation, Schwangerschaft, Wechseljahre etc. beleuchtet.
Depression und Sucht
Ausgehend von der Beobachtung, dass bei vielen Abhängigen Depressionen und Ängste eine große Rolle spielen wird eine themenzentrierte Gruppe zum Thema Depression und Sucht angeboten.
Raucherentwöhnung
Patientinnen, die das Rauchen aufgeben wollen, oder solche, denen die Einschränkung des Rauchens Schwierigkeiten bereitet, erhalten die Möglichkeit, an einem verhaltenstherapeutisch orientierten Raucherentwöhnungsprogramm teilzunehmen.